Future Foods Schweiz
Ergebnis
Das Projekt zeigte, dass Schweizer Future Foods einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Ernährung leisten können. Die ausgewählten 30 Kulturen, darunter Ölsaaten, Getreide, Pseudogetreide, Hülsenfrüchte, Knollengewächse, Gemüse, Nüsse und Zuchtpilze, bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Sie werden im 2024 erschienenen Guide '30 Lebensmittel für die Zukunft. Innovativ, Umweltfreundlich, Nährstoffreich' charakterisiert. Die Beschreibungen enthalten Aspekte der Agronomie, der Ökologie, des Markts, des Konsums, der Verwendung und der Ernährung.
Beschreibung
Hintergrund
Die Ernährung ist einer der umweltschädlichsten Bereiche in der Schweiz, zusammen mit Wohnen und Mobilität. Die Produktion und der Konsum von Lebensmitteln verursachen hohe Treibhausgasemissionen, führen zu Boden- und Wasserbelastungen und tragen zum Biodiversitätsverlust bei. Rund 60% der Schweizer Ackerflächen werden heute für die Futtermittelproduktion genutzt, und etwa die Hälfte der Umweltbelastung durch die Ernährung entsteht durch die Tierhaltung. Durch den Import von Futter- und Lebensmitteln fallen zudem viele der Emissionen im Ausland an. Ausserdem entsteht etwa ein Viertel der Umweltbelastung in der Ernährung durch Food Waste.
Projektziele
Schweizer Future Foods, also zukunftsfähige pflanzliche Lebensmittel mit einem ökologischen und ernährungsphysiologischen Potenzial und Anbaueignung in der Schweiz, können eine Schlüsselrolle bei der Transformation des Ernährungssystems spielen. Sie haben eine geringe Umweltbelastung, fördern die Agrobiodiversität und sind vielseitig einsetzbar.
Das Projekt hatte folgende Ziele:
- Identifikation von Future Foods für die Schweiz anhand von Umwelt-, Markt- und Ernährungsaspekten.
- Förderung einer umweltfreundlichen, gesunden und vielfältigen Ernährung.
- Unterstützung der landwirtschaftlichen Diversifizierung.
- Erarbeitung eines wissenschaftliche fundierten Guides zu Schweizer Future Foods als Orientierungshilfe für Politik, Landwirtschaft, Gastronomie und Konsument:innen.
Vorgehen
Zur Identifikation geeigneter Schweizer Future Foods wurden zunächst über 100 potenzielle Kulturen recherchiert. Anhand von Ausschlusskriterien wurde diese Liste auf 50 reduziert, die dann von 19 Expert:innen hinsichtlich Anbaueignung, Umweltwirkung, Nährwert und Marktpotenzial bewertet wurden. Die 30 vielversprechendsten Future Foods wurden anschliessend anhand bestehender Ökobilanzen und Nährwertdatenbanken weiter analysiert. Interviews mit Produzent:innen ergänzten die wissenschaftlichen Erkenntnisse durch praxisnahe Erfahrungen. Die Ergebnisse flossen in einen praxisorientierten Guide ein, der die identifizierten Schweizer Future Foods beschreibt und ihre Bedeutung für eine nachhaltige Ernährung darlegt.
Eckdaten
Projektleitung
Stellv. Projektleitung
Projektteam
Beatrice Baumer, Sabine Frei, Carmen Kummer
Projektstatus
abgeschlossen, 01/2023 - 10/2023
Institut/Zentrum
Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR); Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation (ILGI)
Drittmittelgeber
WWF Schweiz