Neue Technologien für ein besseres Altern
Verschiedenste Disziplinen sind heutzutage an der Entwicklung technologischer Lösungen beteiligt, welche die Lebensqualität älterer Menschen verbessern können. Wir präsentieren Ihnen an der Veranstaltung eine spannende Auswahl davon.

Folgende Ausgangsfragen wurden in vier aktuellen Forschungsprojekten gestellt:
- Wie kann die digitale Transformation in Alters- und Pflegeheimen erfolgreich gestaltet werden?
- Welche Apps und Wearables eignen sich zur Unterstützung des autonomen Alterns?
- Wie kann mithilfe von technologiegestütztem Training die Rumpfstabilität älteren Menschen gestärkt werden?
- Wie können soziale Telepräsenzroboter die Lebensqualität älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen verbessern?
Die Antworten liefern eine Kommunikationswissenschaftlerin, eine Wirtschaftinformatikerin, ein Arbeitspsychologe, ein Maschineningenieur und eine Ergotherapeutin.
Digitalisierung und Technologisierung im Alters- und Pflegeheim
Auch Alters- und Pflegeheime stehen vor der Herausforderung der digitalen Transformation. Wie kann dieser Wandel erfolgreich gestaltet werden? Das Bürgerspital Basel (BSB) hat die ZHAW beauftragt, den Prozess wissenschaftlich mit einem interdisziplinären Team zu begleiten. In Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden, Leitungspersonen und Bewohnenden wurden Herausforderungen und Chancen analysiert.

Dr. Colette Schneider Stingelin, Forscherin Gesundheitskommunikation, ZHAW Angewandte Linguistik

Dr. Nicole Gerber, Wirtschaftsinformatikerin, Betriebsökonomin, Dozentin und Projektleiterin, ZHAW Life Sciences & Facility Management
Digitale Alltagshilfen zur Unterstützung der Autonomie im Alter
In einem Projekt der ZHAW und der Berner Fachhochschule wurden Apps und Wearables untersucht, die gesundes Altern und Autonomie unterstützen. Neben dem erwarteten Nutzen waren die Bedürfnisse, potenziellen Hindernisse und Förderfaktoren zentral – betrachtet aus der Perspektive von älteren Menschen, Angehörigen, Gesundheitsfachpersonen und Ärzteschaft sowie Expert:innen und Stakeholdern.
Es wurden verfügbare Apps und Wearables gesucht und systematisch auf ihre Qualität und Eignung im Hinblick auf den zu erwartenden Nutzen bewertet. Daraus resultierten konkrete Empfehlungen für die Nutzung und Entwicklung.

Dr. Marina Bruderer-Hofstetter, Forscherin Institut Alter, Leiterin Weiterbildung Physiotherapie, Berner Fachhochschule
Technologiegestütztes Training für eine bessere Rumpfstabilität
In einem vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt befasst sich ein Team der ZHAW School of Engineering mit der Thematik der Rumpfstabilität. Es soll ein neuartiges, technologie-unterstütztes Trainingskonzept für die Förderung des selektiven Rumpftrainings geschaffen werden.
Dies beinhaltet in einem ersten Schritt die Umsetzung einer Tracking-Software für die Kinematik der Proband:innen, Entwicklung einer Software zur Bereitstellung eines Feedbacks, sowie einer Klinischen Studie im Rehazentrum Valens.

Prof. Dr. Daniel Baumgartner, Schwerpunktleiter Biomechanical Engineering, ZHAW School of Engineering
Soziale Telepräsenzroboter in Pflegeeinrichtungen
Piloteinsätze in drei Pflegeheimen haben gezeigt, dass Soziale Telepräsenzroboter das Potenzial besitzen, die Lebensqualität älterer Menschen zu fördern, indem sie die Kommunikation zwischen Bewohnenden und räumlich entfernten Angehörigen und Freunden unterstützen. Ein Mehrwert ergibt sich jedoch erst, wenn die Bewohnenden kognitiv in einem guten Zustand sind und die Angehörigen so weit entfernt wohnen, dass sie das Angebot einer zusätzlichen virtuellen Besuchsmöglichkeit auch schätzen. Neben den tele-kommunikativen wurden von den Projektteilnehmenden weitere sozial-kommunikative Funktionen direkt durch den Roboter gewünscht.

Prof. Dr. Hartmut Schulze, Arbeits- und Organisationspsychologe, Arbeitspsychologische Beratung Schulze GmbH, Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Nordwestschweiz
Durchführung und Anmeldung
Die Veranstaltung findet online und vor Ort (ZHAW Hochschulbibliothek) statt.
Zum anschliessenden Apéro sind alle Teilnehmenden herzlich eingeladen.
Vor der Veranstaltung bieten wir eine Führung durch den Gerontologie-Bestand und die Hochschulbibliothek an. Besammlungsort ist die Eingangshalle der ZHAW Hochschulbibliothek um 17.00 Uhr.