Gärten als Lebensraum für Menschen mit Demenz
Gärten haben einen besonders positiven Einfluss auf ältere und demenzkranke Menschen. Wie diese wohltuende Wirkung genutzt werden kann, zeigt das neue Praxishandbuch «Garten und Demenz» der beiden ZHAW-Wissenschaftlerinnen Martina Föhn und Christina Dietrich.
Gerade für Menschen mit Demenz, die durch den zunehmenden Gedächtnisverlust vermehrt auf Sinneswahrnehmungen angewiesen sind, bietet der Garten eine ideale Möglichkeit, die Aussenwelt mit den Sinnen zu erleben. Berührungen, Düfte und Geschmack von Pflanzen können intensiv wahrgenommen werden, lassen aber auch Erinnerungen aufkommen. Diese vielfache positive Wirkung von Gärten wird durch neue Forschungsprojekte in der Schweiz wissenschaftlich belegt.
Forschung zur Gestaltung und Nutzung von Gärten
In einem gemeinsamen Projekt haben Forscherinnen aus den Disziplinen Sozialwissenschaft, Soziale Arbeit, Biologie, Gartenbau und Landschaftsarchitektur Fragen dazu untersucht. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «Aussenraumgestaltung und Gartentherapie für Demenzerkrankte im institutionellen Kontext» (2008-2010) wurde von Prof. Renata Schneiter geleitet. Sie forscht an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Wädenswil über Gartentherapie. Beteiligt war nebst der ZHAW mit den beiden Departementen Life Sciences und Facility Management sowie Soziale Arbeit auch die Hochschule für Technik Rapperswil HSR (Abteilung Landschaftsarchitektur). Das Projekt erhielt Unterstützung von COST (European Cooperation in Science and Technology). Insgesamt wurden fünf Gärten von Alterszentren auf Nutzung und Gestaltung hin untersucht sowie Erfahrungen von Mitarbeitenden einbezogen. Weiter gehörten zum Projekt die Entwicklung von Gartentherapieprogrammen und die Umsetzung in die Praxis. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt sind in das Buch «Garten und Demenz» eingeflossen.
Gartennutzung für Menschen mit Demenz in der Praxis
Das Handbuch vermittelt einen Überblick über die wichtigsten theoretischen und praktischen Aspekte zur Gestaltung und Nutzung von Gartenanlagen für Menschen mit Demenz. Das Potenzial von Gärten für Menschen mit Einschränkungen wird ebenso diskutiert wie Faktoren in Gestaltung und Betreuung, welche die Nutzung von Gärten begünstigen. Ausserdem werden die Grundlagen der Gartentherapie erläutert und Empfehlungen zur Pflanzenauswahl und zum Gartenunterhalt formuliert. Angesprochen sind Landschaftsarchitektinnen und -architekten, Leiterinnen und Leiter von Heimen, Mitarbeitende und Aufsichtsgremien von Heimen, Pflegefachpersonen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Gartenfachleute in Alters- und Pflegeeinrichtungen.
Literatur
Schneiter-Ulmann, R. (Hrsg.) (2010): Lehrbuch Gartentherapie. Verlag Hans Huber, Ber
Zeisel, J.; Tyson, M. (1999): Alzheimer's Treatment Gardens. In: Cooper Marcus, C.; Barnes, M. (eds.): Healing Gardens. Therapeutic Benefit and Design Recommendations. John Wiley & Sons, New York
Buch «Garten und Demenz – Gestaltung und Nutzung von Aussenanlagen für Menschen mit Demenz»
Martina Föhn und Christina Dietrich (Hrsg.), 208 S., 176 S. mit zahlreichen grossformatigen Abbildungen, Verlag Hans Huber 2012. ISBN 978-3-456-85168-6
Weitere Informationen zur Gartentherapie
Schweizerische Gesellschaft Gartentherapie sggt: www.gartentherapie.ch
CAS Lehrgang für Gartentherapie: www.zhaw.ch/iunr/gartentherapie/
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Fachkontakt Medien
Martina Föhn, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachstelle Grün und Gesundheit, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, ZHAW, Wädenswil. Telefon 058 934 59 24, E-Mail:martina.foehn@zhaw.ch
Christina Dietrich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung Master, Departement Soziale Arbeit, ZHAW, Winterthur. Telefon: 058 934 88 59, E-Mail: christina.dietrich@zhaw.ch
Medienstelle ZHAW, Wädenswil
Cornelia Sidler, Kommunikation ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management, Telefon 058 934 53 66, E-Mail cornelia.sidler@zhaw.ch
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